Konfetti und Farbe musst Du selber in Deinem Leben streuen.

Du bist einzigartig – Du hast Kraft!

In jedem von uns steckt eine besondere Kraft! Manchmal frage ich mich, was ist es, dass mich einzigartig macht? Was ist mein Alleinstellungsmerkmal? Was kann ich anderen Menschen mitgeben? Und ich habe keine Antworten. Oft ist es so, dass ich etwas möchte und dann aber denke: Ich kann es nicht!

 

Es fühlt  sich einfach an, das zu sagen. Ich wähle gerne den einfachen Weg und ungern komme ich aus meiner Comfort-Zone heraus. Warum? Weil ich mir selbst immer sage, es ist doch alles gut so, wie es ist. Ich bin dankbar und ich hab doch alles, was ich brauche. Nur merke ich dann etwas später, dass ich mit diesen Worten etwas unterdrückt habe. Etwas, das mehr will. Was könnte es sein? Kann ich da etwas nicht begreifen? Was ist diese Kraft, die nach vorne gehen will und entscheidet erst einmal stehen zu bleiben? Was ist es, dass mich bremst?

Manchmal da sage ich mir, ich habe zu viel zu tun. Mein Fokus liegt auf den Kindern, auf mein Studium, auf meinen Job, auf meine Gesundheit. Für andere Dinge habe ich keine Kapazitäten mehr. Viele Dinge passieren im Leben, ich stehe vor neuen Herausforderungen und manchmal überwältigt es mich. Was mache ich also? Ich suche mir einen Ort, an dem ich mich sicher fühle. Mir ist es wichtig die Kontrolle zu bewahren, Dinge zu tun wie zum Beispiel Sport, die entlasten, die eine sogenannte Balance herstellen. Ich unterdrücke meine Gefühle und halte alles flach. Zwischendurch lasse ich einen Seufzer raus, aber im Grunde komme ich gut klar.

 

Immer ausgeglichen sein geht nicht. Was tun?

Aber da ist noch was Anderes

Es ist wie ein Brodeln, wie Magma in einem Vulkan. Ein Gefühl meinen Atem kontrollieren zu müssen, um nicht ohnmächtig zu werden. Es hört sich ein wenig traurig an, wenn ich sage, ich halte mich selbst aus. Ich halte mein Leben aus, ich halte alles aus.

Es ist eine Fähigkeit der Frau, Schmerzen auszuhalten. Alleine die Schwangerschaften oder Geburten, der lange Atem, den wir von Mutter Natur geschenkt bekommen haben, sind großartige Beispiele für diese spezielle Gabe. Und hierin liegt eine immense Kraft. Kraft, die nicht wie bei vielen Männern nach außen getragen wird, sondern Kraft, die von außen verborgen ist. Eine Kraft, die gewaltig, unermüdlich und sanft ist. Es ist auch eine gebende Kraft, die auf Generationen nachwirkt.

Besonders schmerzhaft wird es, wenn diese Kraft nicht frei ist, also keinen Weg hat sich zu entfalten und gelebt zu werden.

 

Choreographie des Lebens

Schon in meiner Jugend war ich gebremst. Oft habe ich gesagt, ich habe nicht die Fähigkeiten dazu etwas zu erreichen, da ich nicht früh genug begonnen habe, zum Beispiel zu tanzen, um Tänzerin zu werden. Ständig verpasste ich den nächsten Move in der Choreographie und glaube ich sei nicht dazu gemacht, Choreographien auswendig zu lernen. Also lasse ich es mit dem Tanzen. Manchmal hatten meine Eltern nicht genug Geld, um mir etwas zu kaufen, damit ich etwas lernen konnte, zum Beispiel um Schlagzeugerin zu werden. Ich suchte Gründe, um mir selbst zu erklären, warum etwas nicht ging. Und erneut spürte ich ein Drücken in meiner Brust. Ich atmete durch und machte weiter.

 

Die Kraft einer Frau hängt auch mit ihrer Kindheit zusammen. Mein Glück kann nur ich selbst leben und kreieren

 

Manchmal ist das Leben nicht auszuhalten!

So war es für mich sehr einfach, den von meinen Eltern und der Gesellschaft vorgesehenen Weg zu gehen, mein Abitur abzuschließen, mein Studium zu beenden, Arbeitserfahrungen im Ausland zu sammeln, einen Mann zu heiraten, Kinder zu bekommen, Immobilien zu kaufen und einen anständigen Job zu haben. Ich konnte sogar mein heißgeliebtes Yoga zweimal in der Woche abends praktizieren und für Ausgleich im Alltag sorgen. Alles war „perfekt“, auch wenn es zwischenzeitlich nicht so aussah. Doch irgendwas brodelte in mir und es wurde immer stärker, immer lauter und unaushaltbar.

Wenn der Vulkan ausbricht, wie gehe ich damit um? Laufe ich weg oder lass ich mich überfluten? Ich habe beides erlebt. Ich wurde aggressiv, eine depressive Phase kam und ich verstand nicht was mit mir los war.

 

Was ich brauche und was nicht

Schön ist es, wenn man dann das Gefühl hat, nicht alleine zu sein. Meine Mutter war immer für mich da, doch auch andere Frauen, die es verstanden, was ich tat und mir Input gaben. Menschen, an die ich mich wand, weil ich wusste, ich brauche Halt, Orientierung, Perspektive, Träume, Freiheit, Liebe und Zärtlichkeit.

Über jede Unterhaltung mit einer dieser Frauen bin ich sehr dankbar. Denn sie waren Menschen, die ich suchte, weil sie ein Lichtblick waren. Oft waren sie mir einen Schritt voraus. Ihre Nähe war wichtig für mich. Sie konnten mir vermitteln, bald scheint auch über mir wieder die Sonne. Sie zeigten mir, wie wertvoll meine Kraft ist und dass ich es schon irgendwie schaffe mit diesem Vulkan zu spielen.

 

Das Leben ist anstrengend und nicht immer ein Zuckerschlecken

 

Im Januar 2017 saß ich bei der Behörde im Büro fest und gab 100%, nur um hinterher absolut ausgelaugt in die Kita zu hetzen und dann nach Hause zu kommen, um weiter zu machen. Kochen, Kinder füttern, Aufräumen, ins Bett bringen und selbst völlig fertig einschlafen. Bewusst Zeit nehmen für mich? Ich schaufelte mir Zeit frei, um zum Sport zu gehen, um ein Ventil aufzumachen und abzuladen. Das war alles.

Der Schmerz war so unerträglich, die Luft war so dünn und so lange ich noch denken konnte, stellte ich mir die Frage: Ist das alles? Es musste eine Lösung her. Dieses Leben war traurig. Es war alles andere als erfüllend trotz der Leistungen, die ich bereits erbracht hatte, trotz des materiellen Reichtums, den ich hatte, trotz der Dankbarkeit, die ich fühlte. Lieber würde ich wieder Kellnern gehen, lieber würde ich für Restaurants ausliefern, lieber würde ich für das Geld ein Kiosk betreiben, dachte ich.

Es war die Enttäuschung, die ich erlebte, weil ich dachte, wenn ich all die Dinge schaffe, die man in dieser Gesellschaft erreichen sollte, die man als Frau erfahren wollte, dann wäre es gut. Dann hätte ich es geschafft und könne glücklich bis ans Ende meiner Zeit leben. Aber Pustekuchen!

 

Dankbarkeit ist nicht immer einfach

Und auch diese Enttäuschung nehme ich dankend an. Denn sie hat mich befähigt mein inneres Kind wieder ans Licht zu führen. Die Träume, die ich als Mädchen hatte, anzuschauen, es zärtlich zu behandeln und mich für es einzusetzen. Das, was ich innerlich erlebte, das erfuhr ich auch außen mit meinen Kindern. Wie meine Eltern, habe ich immer meine Kinder verantwortlich gemacht, wenn sie nicht klar kamen mit Konflikt-Situationen. Sie sollten sich gefälligst zurück und Rücksicht auf andere nehmen ohne je in Frage zu stellen, was die andere Partei getan hat. Doch als ich begann, Hilfe für meine eigene Hilflosigkeit zu werden, indem ich ihr Raum gab, sich auszudrücken, da begann ich auch besser mit solchen Situationen im Alltag und mit Kindern klar zu kommen. Früher zweifelte ich immer an meinen Erziehungsmethoden. Oft sagte ich, es sind meine asiatischen Wurzeln, die mich so stark geprägt haben, dass ich innerlich unklar bin. Doch ob asiatisch oder asozial, es sind Dinge, die ich heute nicht beeinflussen kann. Was ich jetzt entscheiden kann ist, wie ich meine beste Lösung für jede einzelne Situation finde.

Klarheit, ein Begriff, der heute bei mir im Badezimmer steht. Wie schön wäre es, alles zu wissen und auf jede Frage sofort eine befriedigende Antwort zu haben?

 

 

Kraft kommt wenn Du sie brauchst. Konfetti und Farbe musst Du selber in Deinem Leben streuen.

 

Hätte, würde, könnte

Manchmal muss ich mich immer noch selbst aushalten. Manchmal wünschte ich mir, es würde besser laufen, ich würde keine Fehler machen, ich würde meine Ziele schneller erreichen, ich würde wissen, was es ist, das mich voran treibt.

Manche Leute sagen, der Sinn des Lebens ist es, glücklich zu sein. Manche Leute sprechen von Selbstfindung, manche von einem erfüllten Leben, laufen herum und schreien: TU WAS DU LIEBST! Aber was ist es, das ich liebe? Was ist es, das mir Geld verschafft? Was ist es, das alles in Einklang bringt? Und ich kann hier keine Antwort geben. Doch wenn ich mir selbst solche Frauen stelle, dann werde ich es herausfinden. Und nur ich ganz alleine kann meinen Wert (wieder) finden. Und ja, die Welt braucht dieses ganz besondere undefinierbare Etwas, das in mir ist.

Warum sollte von heute auf morgen alles anders sein? Warum sollte ich heute arm sein und morgen im Lotto gewinnen? Danach im Loch stecken, weil ich nicht damit klar komme? Das Gefühl zu wachsen, zu gedeihen und zu werden ist unbeschreiblich. Vielleicht ist es das, was diese Kraft will.

Und ja, es wird auf jeden Fall einen Weg geben, Geld mit Selbstverwirklichung und Familie zu kombinieren. Ja, sogar viele Wege.

Wenn Du übrigens mehr über Mut lesen möchtest dann schau mal hier rein: Mutausbruch !!

 

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Über mich

 

Ich bin nicht immer zufrieden mit mir, aber ich arbeite daran

 

Ich habe noch während meiner Festanstellung mit einem Familienkochkurs mit Kindern zu Hause begonnen und es wieder aufgegeben, danach Youtube (Cosma Delight und Cosma Delicious) angefangen und meine Festanstellung gekündigt. Danach beschloss ich mit meiner Mutter ein Healing Hotel aufzumachen. Ich werde ein Kochbuch über die mongolische Küche schreiben. Ich baue gerade eine neue Marke mit mongolisch gerösteter Hirse auf. Eines Tages will ich Surfen können und Fallschirm springen. Ich singe wieder zu meiner Gitarre, was ich zuletzt mit 14 gemacht habe. Ich höre Musik, träume und tanze. Jetzt fühle ich mich wie ein Mädchen und genieße jeden Atemzug. Es fühlt sich leicht an. Wie ich das neben meinen drei Kindern schaffe? Das kann ich nicht sagen. Aber das wirst du erfahren, wenn du anfängst dir alle möglichen Fragen zu stellen.

Eure, Ina